DVB (Digital Video Broadcasting)

Das digitale Fernsehen - Begriffe und Formate 

 

  

Der Transport Stream

Beim digitalen Fernsehen wird das Fernsehbild vor der Ausstrahlung komprimiert und als digitaler Datenstrom (MPEG2 Transport Stream) gesendet.

Der MPEG2 Transport Stream dient dazu, ein oder mehrere digitale Fernseh- oder Radioprogramme zu übertragen. Der MPEG2 Transport Stream wurde entwickelt, um Daten aller Art über verlustbehaftete Übertragungswege zu transportieren. Der Transport Stream ist neu im MPEG2 Standard, da heißt er ist im MPEG1 Standard nicht vorhanden.

 

 

Der MPEG2 Transport Stream besteht aus den Elementary Streams (Die Elementary Streams kommen direkt aus dem MPEG Encoder) zusammengefaßt im Packetized Elementary Stream und weiteren System- und Dateninformationen. Diese Informationen umfassen EPG (Electronic Program Guide, oder "Die Elektronische Programmzeitschrift") und den Presentation Time Stamps oder Decoding Time Stamps.

 

 

Der normale MPEG2 Programm Stream besteht aus relativ langen Paketen, die eine Länge von bis zu 64 KByte haben können, üblich sind aber eher eine Länge von 1 - 2 KByte. Der MPEG2 Transport Stream hingegen hat kleinere Pakete mit einer fixen Paketlänge von 188 Byte, welche sich aus einem Header und dem danach folgenden Datenteil (Payload) zusammensetzen.

Wie oben schon erwähnt ist der Header in einem Transport Stream Paket 4 Byte groß und setzt sich folgendermaßen zusammen:

 

SyncByte (SB)

8 Bit

Synchronisations Byte

Transport Error Indicator (TEI)

1 Bit

Der TEI zeigt einen Transportfehler im Paket an. Leider wird dieser zu selten benutzt

Payload Unit Start Indicator (PUSI)

1 Bit

Der PUSI gibt einen eventuellen Start des folgenden Payload an

Transport Priority (TP)

1 Bit

Wie der Name schon sagt, gibt dieser Bit die Priorität an

Packet Identifier (PID)

13 Bit

Die folgenden 13 Bit werden benutzt, um die Zugehörigkeit des Paketes festzulegen

Transport Scrambling Control (TSC)

2 Bit

Diese Bits werden z.B. von PayTV Sendern genutzt, um die Transport Stream Pakete zu entschlüsseln

Adaptation Field Control (AFC)

2 Bit

Der AFC zeigt an, ob der Header größer als 4 Byte und der Payload kleiner als 184 Bytes ist. Das ganze ist wichtig, um einen Transport Stream Paket immer bei 188 Bytes zuhalten und ein Adaptation Field (AF) zu signalisieren

Continuity Counter (CC)

4 Bit

Ein Zähler der vom Kodierer aufwärts gezählt wird. Dieser Zähler wird für doppelte Pakete in Transport Stream verwendet

Adaptation Field (AF)

 

siehe Adaptation Field Control (AFC)

 

 

Auf dem Weg zum MPEG2 Transport Stream werden als erstes die Video- bzw. Audio Elementary Streams in Pakete zerlegt und mit einem PES Header (Packetized Elementary Stream Header) versehen. Danach werden sie auf mehrere Transportpakete verteilt. Der PES Header enthält neben Informationen über den Typ des Elementary Streams auch Zeitstempel  (wie oben erwähnt: PTS - Presentation Time Stamp oder DTS Decoding Time Stamp). Diese Zeitstempel legen fest zu welchem Zeitpunkt das erste Videobild im PES Paket bzw. das erste Audiosegment im PES Paket dargestellt werden soll. Das ist für eine Synchrondarstellung von Video und Audio besonders wichtig. Außerdem ergibt sich die Notwendigkeit von PTS im Datenstrom daraus, daß ein Videodekoder ein B-Frame vom vorigen I-Frame und den folgenden P-Frames rekonstruieren muß, die Reihenfolge, in der er sie anzeigt, jedoch anders ist. Daran kann man übrigens sehr gut sehen, daß man einen MPEG Stream nicht wie wild an jedem Frame schneiden sollte.

 

Die Elektronische Programmzeitschrift (EPG, Electronic Program Guide)

Die Elektronische Programmzeitschrift (EPG, Electronic Program Guide) ist meiner Meinung nach, eine der besten Neuerungen im Transport Stream. Der EPG macht tatsächlich die Programmzeitschrift vom Kiosk überflüssig. Der EPG wird ebenfalls mit dem Transport Stream übertragen.

Der EPG von WatchTVPro Version 2.07 (GIF256 30.377 Bytes)

Der EPG einer DBox2 mit Neutrino (JPG 59.931 Bytes)

  

Abkürzungen aus der Satellitentechnik

 

AC3 (Audio Coding 3, Dolby Digital AC3)

BAT (Bouquet Association Table)

BSS (Broadcast Satellite Service)

CAM (Conditional Access Modul)

Das CAM ist ein kleines Modul im PCMCIA-Kartenformat. Dieses Modul enthält das jeweilige Verschlüsselungssystem und hat einen Kartenschlitz für eine oder mehrere Smartcards (Pay-TV-Karten).

CI (Common Interface)

DAB (Digital Audio Broadcasting)

DBS (Direct Broadcast Satellite)

DEMUX (DEMUltipleXer)

DiSEqC (Digital Satellite Equipment Control)

DVB (Digital Video Broadcasting)

DVB-C (Digital Video Broadcasting Cable)

DVB-S (Digital Video Broadcasting Satellite)

DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial)

EPG (Electronic Program Guide)

ES (Elementary Stream)

FEC (Forward Error Correction)

FTA (Free To Air)

GOP (Group Of Pictures)

IMUX (InputMUltipleXer)

LNA (Low Noise Amplifier)

LNB (Low Noise Block)

LNC (Low Noise Converter)

MPEG (Moving Pictures Experts Group)

MUX (MUltipleXer)

NTSC (National Television System Committee)

OMUX (Output MUltipleXer)

PAL (Phase Alternation Line)

PES (Packetized Elementary Stream)

PID (Packet IDentification)

PTS (Presentation Time Stamp)

PVA (Packet Video Audio)

STB (Set-Top-Box)

TS (Transport Stream)

Transportstrom zur Übertragung von digitalen Daten wie z.B. TV- und Radioprogrammen auf verlustbehafteten Wegen.

 


Autor Lucike - Unterstützung im Forum

(Stand 16. Januar 2003)